Methodik

Monte-Carlo-Simulation

Für jede Fahrzeuganalyse führen wir 10.000 unabhängige Simulationen durch. In jeder Iteration wird zufällig bestimmt, welche Komponenten im Betrachtungszeitraum ausfallen und welche Reparaturkosten dabei anfallen. Das Ergebnis ist eine Häufigkeitsverteilung möglicher Reparaturkosten, aus der wir Perzentile ableiten.

Dieser Ansatz liefert realistischere Schätzungen als einfache Durchschnittswerte, weil er die natürliche Streuung von Reparaturkosten und Ausfallzeitpunkten abbildet.

Log-Normalverteilung der Reparaturkosten

Reparaturkosten sind nicht normalverteilt: Es gibt viele kleine und mittlere Reparaturen, aber auch seltene, sehr kostspielige Ausfälle (z. B. Getriebedefekt, Motorschaden). Die Log-Normalverteilung bildet dieses Muster realistischer ab als die Normalverteilung.

Für jede Fehlerart werden Median-Reparaturkosten und ein Streuungsparameter (Sigma) hinterlegt. In der Simulation werden die tatsächlichen Kosten je Schadensfall aus dieser Verteilung gezogen.

Datengrundlage

Die Ausfallwahrscheinlichkeiten basieren auf den im TÜV-Report veröffentlichten Mängelquoten, aufgeschlüsselt nach Fahrzeugmodell, Altersklasse und Mängelkategorie. Diese Quoten geben an, welcher Anteil der geprüften Fahrzeuge in der jeweiligen Altersgruppe einen erheblichen oder gefährlichen Mangel in der entsprechenden Kategorie aufweist.

Die Reparaturkostenschätzungen stammen aus einer Kombination von Herstellerpreislisten, ADAC-Kostenerhebungen und öffentlich verfügbaren Werkstattpreisen für den deutschen Markt (Stand 2024).

Reparaturkosten

Alle Reparaturkosten sind in Euro angegeben und beziehen sich auf Arbeiten in einer deutschen Vertragswerkstatt inklusive Mehrwertsteuer. Freie Werkstätten können je nach Fahrzeug und Region 20–40 % günstiger sein.

Verschleißteile (Bremsbeläge, Luftfilter, Zündkerzen), die im Rahmen regulärer Wartungsintervalle anfallen, sind in den Simulationskosten nicht enthalten. Die Wartungskosten werden separat in der TCO-Übersicht ausgewiesen.

Ergebnisse interpretieren — Perzentile

Die Simulationsergebnisse werden als drei Perzentile dargestellt:

  • P10 (Bester Fall) — 10 % der simulierten Szenarien liegen unter diesem Wert. Realistisch für Fahrzeuge in sehr gutem Zustand mit glücklichem Verlauf.
  • P50 (Median) — Der mittlere Wert: Die Hälfte der Szenarien liegt darunter, die andere Hälfte darüber. Beste Einzelschätzung für durchschnittliche Bedingungen.
  • P90 (Schlechtester Fall) — 90 % der Szenarien liegen unter diesem Wert. Dient als Puffer für ungünstige Situationen und sollte für die finanzielle Risikoabschätzung herangezogen werden.

Hinweis: Alle Prognosen sind statistische Schätzungen. Der tatsächliche Reparaturaufwand für ein individuelles Fahrzeug kann erheblich vom Simulationsergebnis abweichen — nach oben wie nach unten.